Dienstag, 19. Januar 2016

Nunquam peribit


Gestern - zum Schreiben kam ich da leider nicht mehr - wurde ich an den Todestag von Fritz Esser erinnert. Der Name wird vermutlich niemandem etwas sagen, und er gehörte beileibe auch nicht zu den Großen dieser Welt. Und gewiss wollte er das auch niemals sein. Im Jahr 1900 in einfachen Verhältnissen im Rheinhessischen geboren, sein Vater starb bald darauf ... war wohl das erste Bemerkenswerte in seinem jungen Leben, dass er nach einer gefährlichen Krankheit im Kindesalter den Wunsch äußerte, Priester zu werden. Nur durch die Hilfe des Pfarrers wurde es dann auch finanziell ermöglicht, dass Fritz Esser ins Internat der Pallottiner nach Schönstatt kam. Schwer hatte er es aber auch da, die Schule schaffte er nur mit Müh und Not ... und gleich folgte die nächste Not, in den letzten Kriegsmonaten wurde er eingezogen, kam aber aufgrund schwacher Konstitution nicht mehr an die Front. Schließlich begann er sein Noviziat bei den Pallottinern, das ein kurzes bleiben sollte ... denn beim Kartoffelbetteln in meiner Westerwälder Heimat zeigten sich die ersten Anzeichen einer Tuberkulose. Nach dreijähriger Krankheit schied er dann dahin.

Was ist dabei nun die Moral von der Geschicht? Die sich doch so anhört, wie die Geschichte vieler scheinbar so überfrommen, schwächlichen Jünglinge? Abgesehen vom beispielhaft mannhaften, geduldigen und hochherzigen Ertragen aller Opfer, Leiden und Kreuze dieses Lebens zum Erwerb der ewigen Krone ... fasste er seine Lebenserfahrung in die wenigen kleinen Worte, die heute wohl weltbekannt sind ... und die vielen, ob groß ob klein, alt oder jung, stark oder schwach ... die nötige Kraft und die nötige Hoffnung gibt in den vielen Fährnissen und Widrigkeiten des Lebens: Servus Mariae nunquam peribit, ein Diener Mariens geht niemals zugrunde. Es sind Worte, die zweifelsohne unterm Kreuz gewonnen wurden.
Als Sakristan der kleinen Kapelle, die heute als Urheiligtum bekannt ist, schnitzte er den Lichtbogen mit dem benannten Ausspruch um die Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt. Angelehnt dürfte der wohl an die dem hl. Ignatius Märtyrer zugesprochenen Worte sein, Numquam peribit, qui Genitrici Virgini devotus, sedulusque Cultor exstiterit, ein andächtiger und eifriger Verehrer der Jungfrau-Mutter wird niemals zu Grunde gehen. Ähnliches formulierten andere Heilige immer wieder über die Zeiten.

Ich selbst erstand meinen ersten selbstgekauften Rosenkranz, gerade, als ich mich erstmals intensiver mit dem Glauben auseinandersetzte, in Schönstatt. Mag man von allem Drumherum halten, was man will ...  mit dem Nunquam peribit begann mein Weg zum und in den Glauben, dort, vor dem ausgesetzten Allerheiligsten ... und mit dem Nunquam peribit, so bitt' ich, wird mein Lebensweg hoffentlich auch einmal enden, komme, was da wolle.

Kommentare:

  1. Ist das auf dem Foto denn auch Dein erster selbstgekaufter Rosenkranz aus Schönstatt?

    Jedenfalls, sehr sehr schöne Worte im letzten Anschnitt!

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  2. "Der erste selbstgekaufte Rosenkranz". Das ist klasse, genau wie der "erste selbstverdiente Thaler".
    Wuchere mit Deinem Rosenkranz und mache ein Vermögen daraus! :)

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    1. Ich horte alle weitere in meinem Rosenkranzspeicher und schwimme gelegentlich darin!

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  3. Ein persönliches Glaubenszeugnis, wie schön!

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    1. Manchmal passiert sowas versehentlich ... ;-)

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  4. Schön, daß wir uns in Unserer Lieben Frauen Fragen auch einig sein können! Wie könnte sie jene, die ihr anhangen, dem Feind überlassen ... Nunquam peribit!

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    1. Selbst Alte-Messe-Molche können sich ja nicht immer in allem uneins sein, so sehr sie's auch versuchen ... ;-) Und in der Tat ... Nunquam peribit!

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