Dienstag, 22. September 2015

In cammino verso la patria promessa - Der sel. Kard. Schuster und das Brevier

In der englischsprachigen katholischen Blogosphäre geht gerade eine Betrachtung des sel. Kardinal Ildefons Schuster um, zuerst veröffentlicht auf The New Liturgical Movement. Möglicherweise hat es bereits jeder gelesen, den es interessieren könnte ... aber ich dachte, eine Übertragung ins Deutsche - so ungelenk und kunstlos sie sein mag - kann nicht schaden. Kardinal Schuster, erst Abt Sankt Pauls vor den Mauern, dann langjähriger Erzbischof Mailands, war ein Mann, besser, ein Mönch, der nicht mit der Liturgie lebte, sondern, der die Liturgie lebte. Sie war und sie bestimmte sein Leben, als Abglanz und Vorgeschmack, als Beginn der Liturgie, die er jetzt im Himmel feiert. Viel ist zu sagen über den Kardinal, ein Kollege tat es dankbarerweise letztes Jahr, vielleicht werde ich dem ein anderes Mal noch etwas hinzufügen. Nun aber die Zeilen, die wohl jeden bewegen, der regelmäßig die goldgeschnittenen Seiten des Brevieres öffnet. Und die auch mehr über den Seligen sagen, als ich es jemals könnte.
»Ich schließe meine Augen, und während meine Lippen die Worte des Brevieres flüstern, die ich auswendig kenne, so lasse ich ihre wörtliche Bedeutung hinter mir, und spüre, dass ich in dem unendlichen Land bin, der Weg, durch den die Kirche zieht, die pilgernde und streitende, dem gelobten Vaterland entgegen. Ich atme mit der Kirche im gleichen Licht bei Tag, der selben Finsternis bei Nacht; zu allen Seiten sehe ich die Scharen des Bösen, die sie anfallen und bestürmen; ich finde mich inmitten ihrer Schlachten und ihrer Siege wieder, ihren Gebeten der Pein und ihren Liedern des Triumphes, in der Bedrückung der Gefangenen, dem Stöhnen der Sterbenden, dem Jubel der Heere und siegreicher Hauptleute. Ich befinde mich in ihrer Mitte: Doch nicht als teilnahmsloser Zuschauer, sondern viel mehr als Akteur, dessen Wachsamkeit, Geschick, dessen Kraft und Tapferkeit von entscheidendem Gewicht sein kann im Ausgang des Kampfes zwischen Gut und Böse, und für die ewigen Schicksale der Einzelnen und der Vielen.«
»Chiudo gli occhi, e mentre le labbra mormorano le parole del breviario che conosco a memoria, io abbandono il loro significato letterale, per sentirmi nella landa sterminata per dove passa la Chiesa pellegrina e militante, in cammino verso la patria promessa. Respiro con la Chiesa nella stessa sua luce, di giorno, nelle sue stesse tenebre, di notte; scorgo da ogni parte le schiere del male che l'insidiano o l'assaltano; mi trovo in mezzo alle sue battaglie e alle sue vittorie, alle sue preghiere d'angoscia e ai suoi canti trionfali, all'oppressione dei prigionieri, ai gemiti dei moribondi, alle esultanze degli eserciti e dei capitani vittoriosi. Mi trovo in mezzo: ma non come spettatore passivo, bensì come attore la cui vigilanza, destrezza, forza e coraggio possono avere un peso decisivo sulle sorti della lotta tra il bene e il male e sui destini eterni dei singoli e della moltitudine.«

Dienstag, 15. September 2015

In ihren Armen


R. Joseph ab Arimathaea * Petiit corpus Jesu, quod, de cruce depositum, * Suo complexu Mater excepit.
V. Dolens Sunamitis sinu et genibus suis sustinuit mortuum filium.
R. Petiit corpus Jesu, quod, de cruce depositum
V. Glória Patri, et Fílio, * et Spirítui Sancto.
R. Suo complexu Mater excepit.

R. Josef von Arimathäa * erbat den Leib Jesu, den er vom Kreuze nahm * und Seine Mutter empfing Ihn in ihren Armen.
V. Die schmerzhafte Sunamitin hielt ihren toten Sohn im Schoße.
R.  Er erbat den Leib Jesu, den er vom Kreuze nahm
V. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem Heiligen Geiste
R. und Seine Mutter empfing Ihn in ihren Armen.

Text: Responsorium nach der 6. Lesung in den Metten des Römischen Breviers
Bild: St. Ulrich und Afra, Augsburg

Freitag, 11. September 2015

Es verbeugt sich der Himmel, es wirft sich nieder die Erde, es zittert die Hölle


Vere quia dignum tibi gratias agere, aeterne Deus. 
Qui beatissimam Mariam virginem Unigeniti tui genitricem esse voluisti: 
quoniam nec alia Deum mater decebat, quam virgo; nec virginem alius filius, quam Deus. 
Sicut autem divinae Majestati tuae in nomine Jesu omne genu flectitur 
coelestium, terrestrium et infernorum; 
sic audito Mariae nomine, inclinantes se coeli, terra procumbens, trepidantes inferi 
tuam in Virgine Matre adorandam omnipotentiam confitentur. 

Es ist wahrhaft würdig und recht, Dir Dank zu sagen, o ewiger Gott.
Der Du wolltest, dass die allerseligste Jungfrau Maria Gebärerin Deines Sohnes werde: 
denn es ziemte sich weder, dass Gottes Mutter etwas anderes als eine Jungfrau sei,
noch, dass einer Jungfrau Sohn ein anderer sei als Gott. 
Wie in dem Namen Jesu sich alles Knie im Himmel, auf Erden und in der Hölle
vor Deiner göttlichen Majestät beugt; 
so verbeugt sich beim Hören des Namens Mariä 
der Himmel, die Erde wirft sich nieder, es zittert die Hölle, 
Deine anbetungswürdige Allmacht bekennend 
in der Jungfrau-Mutter. 

Text: Präfation vom Fest Mariä Namen im Missale Ambrosianum (11. September)
Bild: Mosaik an der Kapelle der Redemptoristen-Mission in Atyrá, Paraguay.

Dienstag, 8. September 2015

Der Meerstern erschien heute im Himmel


R. Solem justitiae Regem paritura supremum: * Stella Maria maris hodie processit ad ortum.
Um die Sonne der Gerechtigkeit, den höchsten König hervorzubringen: * Maria, der Stern des Meeres, erschien heute im Himmel.

V. Cernere divinum lumen gaudete fideles. * Stella Maria maris hodie processit ad ortum.
Freut euch, ihr Gläubigen, dass göttliche Licht zu erblicken. * Maria, der Stern des Meeres, erschien heute im Himmel.

R.  Stirps Jesse virgam produxit, virgaque florem: * Et super hunc florem requiescit Spiritus almus.
Der Wurzel Jesse entspringt ein Reis, und aus dem Reis eine Blüte: * Und auf dieser Blüte ruht der Geist der Liebe.

V.  Virgo Dei Genitrix virga est, flos Filius ejus. * Et super hunc florem requiescit Spiritus almus.
Die jungfräuliche Gottesmutter ist das Reis, und die Blüte ist ihr Sohn. * Und auf dieser Blüte ruht der Geist der Liebe.

R.  Ad nutum Domini nostrum ditantis honorem: * Sicut spina rosam, genuit Judaea Mariam.
Nach dem Willen des Herrn wurden wir mit Ehre reich gemacht: * Wie ein Dorn die Rose, gebar Judäa Maria.

V.  Ut vitium virtus operiret, gratia culpam. * Sicut spina rosam, genuit Judaea Mariam.
Damit das Laster von Tugend überwunden werde, und die Sünde durch Gnade. * Wie ein Dorn die Rose, gebar Judäa Maria.

Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. * Sicut spina rosam, genuit Judaea Mariam.
Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem Heiligen Geiste. * Wie ein Dorn die Rose, gebar Judäa Maria.

(Responsorium aus der Feder Fulberts von Chatres)

Bild: Limburger Dom

Donnerstag, 3. September 2015

Nochmal aufgelegt: Die FSSPX und das Schisma

Da angesichts der erfreulichen Gewährung von Beichtfakultäten für die Priester der Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii Decimi zur Feier des nächsten Heiligen Jahres mal wieder kräftig mit der der Faschismus  Schismakeule geschwungen wird, weise ich trotz Urlaubsruhe nochmal auf einen Beitrag aus eigener Feder vom vergangen Herbst hin: Die Piusbruderschaft und das Schisma. Lesenswert sind übrigens auch die Kommentare.


Sancte Pie Decime, gloriose patrone, ora, ora pro nobis!